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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00 18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
edition@vincent-klink.de

22. Oktober 2007
an meinen freien Wochenenden bin ich ziemlich unterwegs. Damit habe ich gerade Hochsaison. Bevor der Winter kommt, muss ich noch wissen, was die Kollegen machen. So war ich in Nördlingen in Mayers Keller. http://www.meyerskeller.de
 Joachim Kaiser kenne ich schon viele Jahre und er ist wirklich mein Koch des Vertrauens. Seiner Frau bin ich sowieso hörig. Also ein langes Menü sollte es sein. Mir graust es ja vor solchem Marathon. Ich wehrte mich, es war aber zwecklos. Meine Frau Elisabeth überstimmte mich. Und, ich sage jetzt potztausend. Zwischen den Gängen musste ich nicht lange warten (bin sehr ungeduldig). Es war wunderbar. Ich empfehle den Besuch dort unbedingt: Es gibt dort keinen Chichi, keine Gourmetfürze sondern äusserst kreative Küche mit eindeutiger Botschaft und unzweifelhaftem naturbelassenem Geschmack. Leute ich sage Euch, nichts wie hin.
Das Wochenende drauf war ich im Superweingut Marcel Deiss in Bergheim/Elsass. Es wird eine lange Geschichte geben, die m Feinschmecker veröffentlicht wird. Der jetzige Betreiber, Jean-Michel Deiss treibt seinen laden bio-dynamisch um. Der Mann ist aber kein Esoteriker sondern fährt nebenbei auch noch Rennmotorrad. Der Besuch dort war ein total spannendes Abenteuer, erstens weil ich auch eine Renn-Guzzi fahre und zweitens weil ich meinen Garten in Maßen nach der Lehre Rudolf Steiners betreibe. Wir hatten jede Menge Gemeinsamkeiten. Später, nach der Veröffentlichung im Feinschmecker, werden Sie an dieser Stelle mehr erfahren.
 

19. Oktober 2007
 Ein Kanadischer Bauer erhält den alternativen Nobelpreis.

Percy Schmeiser und seine Frau haben sich jahrelang gerichtlich gegen den Gentechnik Konzern Monsanto zur Wehr gesetzt. Nachdem Monsantos genmanipulierter Raps Schmeisers Äcker verschmutzt hatte, verlangte der Konzern von dem Bauern auch noch Lizenzgebühren. "Für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern, und dafür, dass sie die derzeitige ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechts in Frage stellen" wurde Percy Schmeiser und seiner Frau Louise jetzt der Alternative Nobelpreis verliehen. www.umweltinstitut.org/schmeiser

Die Nachricht habe ich vom Umweltinstitut München e.V. Schauen sie sich mal die Homepage dieser Leute an. Da zieht man den Hut.

Motohelme

13. Oktober 2007
Darauf haben wir lange hingearbeitet: Die Biker sitzen neben dem Tisch des Millionärs und alle vertragen sich.

Leider habe ich das nicht fotografiert, einmal stand ein sehr teurer Porsche vor dem Eingang und gleich daneben lehnten zwei rostige Fahrräder mit Greenpeace-Emblem.

Speisenturm

10. Oktober 2007
Dieser kunstvolle Turm, den ich aus einer Gourmetzeitschrift habe, ist genau das Gegenteil der Küche, die ich verfolg. Gewiss, alles hat seine Berechtigung und wir sind ja auch kulinarisch ein freies Land. Trotzdem will ich mal erklären, was mich bei so einer Preziose durch den Kopf geht.

Was wir hier sehen ist die Küche unserer Zeit. Unser korruptester Organ, das Auge, will bedient sein und das geschieht hier in opulentem Maße.

Ich bin ein Koch, der immer wieder vom Herd weg, ins Lokal geht, guckt, wie es den Gästen geht. So bleibt nicht aus, dass ich sehe was mit so einem Vorspeisentürmchen geschieht.

Der Koch ist von seinem Werk fasziniert und eine Minute später will der Esser dem Kunstwerk auf den Leib rücken. Lassen wir ihn oben beginnen. Der erste Schnitt in das Nudelstroh bewirkt ein Chaos. Alles splittert, der Fischwürfel fällt, das Thunfischtatar quietscht auseinander, der Safran-Reisalat macht die Grätsche. Im Kopf ist aber das schöne Bild fest verankert und damit wäre ja alles okay.

Schlimm ist etwas anderes, es vermischen sich alle Aromen. Wenn so etwas passiert, spricht der Kritiker von der wundervollen Harmonie und der sich im Mund vollendeten Textur. Die frittierten Glasnudeln knirschen, der weiche Fisch kontrastiert, u.s.w..

Meinetwegen hat alles seine Berechtigung. Doch wenn es so ist, dann will man aber doch alles einzeln probieren und gegeneinander stellen. Dann erlebt man den wirklichen Akkord und die Textur (Danke Herr Dollase), empirisch-vertikal (Danke Friedrich Nietzsche), nach und nach. Gerade so, wie es ein Genuss ist, Essen und Trinken in Abfolge zu erleben und nicht gleichzeitig um dabei womöglich schon auf dem Klo zu hocken. Dies, weil man weiß, dass Liebe durch den Magen geht und am Ende den Gesetzen des Stoffwechsels folgend, nicht viel davon übrig bleibt.

Was will uns der Dichter sagen? “Ich bin ein Fan der italienischen Speisefolge!” Zum einen sollten nicht mehr als drei Aromen auf dem Teller sein. Zum anderen hätte ich die abgebildete Speisejuwele am liebsten auf drei Tellern. Hintereinander. Wenn alle fünf Bestandteile optimal hergestellt wären, hätten sie dann nicht eine solistischen Auftritt verdient? “Gewiss ja!” rufen alle.

Halt, stimmt nicht: Der Fotograf und der Artdirector bestimmen wie alles auszusehen hat. Leider machen das viele Köche mit und das Publikum sowieso.

Hamburger trans.

Im Buch sind jede Menge wunderbare Zeichnungen mit doppelbödiger Pointe. Wiglaf Droste (auch schon mal als schreibende Kalaschnikoff bezeichnet) ist in Hochform.

Vincent Klink hält Geschichten und Rezepte bereit, das es grad eine Lust ist.

6. Oktober 2007
Weihnachtsbücher sind ja in der Regel etwas fad und oft auch verlogen. Die Wahrheit über Weihnachten kann man nun in einem Buch lesen, das im DuMont-Verlag herausgekommen ist. Der Titel wie das Vorgängerbuch (WURST) ist schlicht:

WEIHNACHTEN


Aquarelle von Nikolaus Heidelbach und Texte von Wiglaf Droste und Vincent Klink. Über meine beiden Mitstreiter kann man bei Wikipedia mehr erfahren: http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_Heidelbach
http://de.wikipedia.org/wiki/Wiglaf_Droste
rig belibtesetzen des Stoffwechsels folgend,

Tannenfee trans

5. Okt. 2007
Heute kam ein Brief, von einer Frau Elfiede W., den will ich Ihnen nicht vorenthalten.

Hallo Vincent!
Unser Fernsehkoch
u. ein Schlitzohr ist er doch!

Macht einen Fehltritt, schläft mit seiner jungen Küchenhilfe, katholisch wie er ist, geht er zum Beichten.

Der Herr Pfarrer gibt ihm zur Buße auf, er muss 3 Vaterunser knieend vor der Kirche auf der Treppe beten. Ich zufällig vorübergehend, sehe Vincent, frage ihn: “na, was hast Du denn schlimmes getan, dass du solch eine Buße tun musst?” Vincent will mir seinen Fehltritt nicht sagen und nimmt als Ausrede “er habe am Sonntag, während des Gottesdienstes Einen fahren lassen.” “Ach Gott, sage ich, das ist mir kürzlich auch passiert. Ich gehe weiter in die Kirche (ich auch katholisch) um dies auch zu beichten.Ich schäme mich, dem Pfarrer mein Vorkommnis zu offenbaren und sage, “mir ist dasselbe passiert wie dem Vincent!”

Was sagt der Pfarrer zu mir: “schämt ihr Euch nicht, in eurem Alter (ich bin 87) so etwas zu tun! Ich als Antwort: “Wisset’ se Herr Pfarrer - erst hat er druckt - dann hab’ i pfetzt - und dann hab’ i ihn lasse!”

Na, Vincent, was sagst Du dazu?

Es grüßt freundlich Frau W.
 

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