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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
 

29. Mai 2010
schon erstaunlich, wie es die Industrie schafft, dass man sich unwohl fühlt wenn man gewisse Konsumgüter sich nicht kauft oder kaufen kann, die man letztlich gar nicht braucht. Erstaunlich welche Energie an Lobbyarbeit Werbung und Lügen entfesselt wird, bis wir tatsächlich glauben, dass beispielsweise eine Vitamintablette unerlässlich ist um den Tag gut durchzustehen. Medien und Werbeindustrie sind wirklich tüchtig. 90 % der Menschheit glauben den Stuss dieser Verführer.

Irgendwie auch unglaublich wie meine Großvater vierundachtzig Jahre alt werden konnte , und das salopp gesagt, ausschließlich mit Gsälzbrot, Rettichsalat, hausmacher Wurst, Konsumbrot, Braten und Spätzle mit Soß’.

Lamm im Kau 1
Lamm im Kau 2

27. Mai 2010
Unser Pfingstausflug führte uns ins Oberland, Ravensburg angeguckt, dann ging’s nach Lindau. Man frägt sich warum manche glauben das Urlaubsglück müsse unbedingt auf Mallorca oder den Malediven sein. Aber egal, jeder wird auf seine Fasson glücklich. Ein ganz besonderes Gasthaus fanden wir bei Tettnang. Gleich beim Eintreten bemerkte ich Wiesenblumen auf dem Tisch. Damit war bereits alles klar. Was habe ich auf dem Land schon doofe Alpenfeilchentöpfchen die Tische verunzieren sehen und vor dem Haus blühte die Blumenwiese. Gedankenlosigkeit? Blödheit? Faulheit?.

Jedenfalls was die Wirtsleute Kiechle hier intelligent veranstalten, das war große klasse, ohne Faxen, keine Show, sondernd rundum  Qualität die herrlich schmeckte. http://www.lamm-im-kau.de

21. Mai 2010
Las ich doch kürzlich in der taz eine Beurteilung der verschiedenen Gourmetzeitschriften und fand den trefflichen Hinweis zu Essen&Trinken: „Gut abgehangen wie ein Schwarzwälder Schinken“.

Als ich das erste mal die Zeitschrift „Beef“ durchblätterte dachte ich: Mannomann haben die Typen einen an der Waffel. Aber beim genaueren Hinsehen entdeckte ich viele gute Beiträge und Sichtweisen, die mich als Insasse des Senioren-Narrenschiffs zuerst verwirrten, dann aber doch überzeugten. Vom ganzen Fleischwahn halte ich ja nichts und ich glaube auch nicht das Fleischessen männlichere Männer macht. Na ja, sagte mein Vater der Tierarzt zum US-Beef: Hormone sind eigentlich in geringer Dosis gar nicht so schlecht, wichtig ist allein, dass man die richtigen erwischt. Weiblichen Tieren werden Östrogengaben verabreicht und wer viel weibliches Fleisch runterkaut, der kommt halt nicht in den Stimmbruch. Umgekehrt, Frauen die viel Ochsenfleisch (Testosteron) essen, die können dann mit Brustbehaarung als Bluessängerinnen auf Tournee gehen. Wie auch immer, selbst in den USA gibt es hormonfreies Fleisch, überhaupt, haben die dort drüben eine Organicbewegung, die sich gewaschen hat.

Die Zeitschrift „Effilee“, ist nun bei der zehnten Ausgabe angekommen und ich lese das Blatt gerne. In der momentanen Ausgabe findet sich ein Bericht über mosaische Speisegesetze. Ein Rabbi erläutert die komplizierten Hygienevorschriften und alles was zu „kosher kitchen“ dazu gehört, dass es nicht nur Küchenregeln sind, sondern auch identitätsstiftende Rituale zu beachten sind. Übrigens, der seit Jahrhunderten schwelende Neid auf die Juden hängt sehr mit den kosheren Speiseregeln zusammen. Während der Pestzeit starben die Christen wie die Fliegen,  Juden blieben putzmunter. Schon Friedrich II  von Hohenstaufen († 13. Dezember 1250) klagte über die schmutzige Religion des Christentums (waschen = unsittliche Berührung).  Auf Castel del Monte installierte er auf jedem Stockwerk ein Bad, was ihm den Zorn des Papstes einbrachte. 

Undsoweiter, jedenfalls die Zeitschrift „Effilee“, bringt viele interessante Texte und vor allem keine Flut an Rezepten, die mich bei anderen Zeitschriften oft richtig narrisch machen. Mein Gott, wer die Raffgier nach Rezepten hat, der kann doch im Internet zweitausend Rostbratenrezepte entern und sich damit dann gehackt legen.

11. Mai 2010
Leben ist tödlich: solche knackigen Wahrheiten , oder ähnlich waren bislang den Zigarettenschachteln vorbehalten.
In absehbarer Zeit soll solcher Imperativ auch die Weinflaschen denunzieren. Irgendwie steckt hinter der ganzen Prävention vor Schrecken, Krankheit und Tod irgendein Profit, sonst würde sich niemand drum scheren, denn allein am Profit am Gelde hängt fast alles. Auf alle Fälle ist Prävention der erste Schritt in die Prohibition.

Aus USA kam vor Jahren eine Statistik, die besagte, dass Rotweintrinken gut für die Gefäße und fürs Herz sei. Jetzt geht es anders herum: Die Franzosen, die spinnen nun ganz. Im Fernsehen darf man keinen Wein trinken,  auch bei Kochshows darf nicht mal mit Wein abgelöscht . Wenn  Jean Gabin oder Lino Ventura wüssten, welchen Genussabstieg dieses Land riskiert, beide würden im Grab rotieren.

Nun kommt nämlich von der französischen Administration die ultimative  Statistik, die beweisen will, dass ein Achtel Wein Krebs verursachen kann.

Ich kann gar nicht sagen wie mir das alles zum Halse raushängt, die ganzen Sturzbäche von Verunsicherungen, die täglich über einen kommen. Kann dick machen, kann Krebs erzeugen, kann bei Prostataleiden helfen, kann-kann-kann,  – die ganze Welt ein einziger Konjunktiv.

Jedenfalls geht aus der französischen Statistik hervor dass „Trinken tötet“! Meine Tante Martha hat ihr ganzes Leben keinen Alk angerührt und wurde mit 86 trotzdem hinterrücks erwischt und vom Schicksal durch Herzstillstand getötet. Churchill, war immer für gute Sprüche gut und sagte sehr treffend: „Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.

Also Prost! In meiner Familie wurde nicht nur getrunken, sondern regelrecht gesoffen. Oma wurde fünfundneunzig und der Rest des Clans, seit Urzeiten, schaffte immer, mindestens 85 angeheiterte Jährchen.

Mit diesem ganzen Gesundheitsmist, die verdammt Fürsorge, auch staatlicherseits, dieses Korsett aus Schutzbestimmungen, welche das Dasein so regeln will, dass sich die überzivilisierte westliche Welt rundum gepampert wähnen kann, das ist das Unglück der Zeit, die selbständiges Denken verhindert und die Verblödung befördert.  Howgh, Sitting Küchenbull hat gesprochen.
 

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