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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
 

18. Juli 2012
Hochsaison: Nachtschattengewächs (Solanaceae)

so nannte mich immer meine Mutter, wenn ich abends mal eine Stunde zu spät nach Hause kam. Hätte ich im Biologieunterricht besser aufgepaßt, dann wäre mir das eher als Ehrentitel vorgekommen. Zu den Nachtschattengewächsen zählt nämlich auch das Bilsenkraut  und es war früher einmal im Bier enthalten. Die Kirche hatte es dann aber verboten, denn mit der Substanz war Bier schöner als Gott, bzw. man fühlte sich nach dem Trunk dermaßen erhaben und gutgelaunt, daß der Vatikan sich ängstigte, seine Schäfchen zu verlieren,  weil diese sich darüber stehend empfanden. Schließlich heißt es ja, du sollst keinen anderen Gott neben mir haben. Ein besonders gewitztes nachtschattiges Pflänzlein wäre auch die Engelstrompete/Trompetenbaum (Datura suaveolens). Man sieht sie vor Hauseingängen mit ihren unschuldigen Kelchen und kaum jemand weiß, daß sie weit mir zu bieten hat als den schönen Anblick. Die Pflanze kann man essen, als Tee aufbrühen oder getrocknet rauchen: "Dramatischer Zwischenfall beim Schulsportfest in Oberbayern: Engelstrompete gekaut - 9 Schüler in Klinik", so die BILD-Zeitung Mitte Juli 2000".

Die Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) beherbergt aber zusätzlich drei für mich lebenswichtige Angehörige, welche den Koch in mir abheben lassen. Dies aber nur wenn die Ware gereift und einigermaßen biomäßig gezogen wurde. Da wäre die bereits erwähnte Kartoffel, dann die Tomate und der Paprika. Österreicher nennen die Tomate Paradeiser und man machte ihren Genuß für temporären Liebeswahnsinn verantwortlich. Sie enthalten in den grünen Teilen, wie die Kartoffel  auch Solanin, das sich jedoch beim Kochen verflüchtigt.

Das für Paprika typische Alkaloid "Capsaicin" ist eigentlich eine Gruppe von eng verwandten Alkaloiden, den Capsaicinoiden. Tiere haben dafür nichts übrig doch Menschen entwickeln dafür häufig eine Sucht. Der Schmerz fördert die Ausschüttung von Glückhormomnen.

Ursprünglich war aller Paprika scharf in die Kehle beißend Er stammt von der Beißbeere ab,  und musste auch viele Hürden nehmen, bis er in unsere Küche gelangte. Die Vorbehalte waren begründet, denn nur langsam konnte ihm die Schärfe ausgetrieben werden, so daß wir mittlerweile zwischen scharfen Peperoni und den milden Gemüsepaprika wählen können.

Kloster
Mittlschiff
Stupor Mundi
Stupor mundi 2

13. Juli 2012
Der Sommer geht rasend schnell vorüber, schon Juli und ich dachte es wäre immer noch Juni. Ein Freund mahnte mich, es müsse hier an dieser Stelle mal wieder etwas geschehen. Aber fest versprochen, sobald der 22. Juli ins Land gezogen und bewältigt ist, dann bin ich wieder voll für die Homepage da. Tja, der 22. Juli, da habe ich was vom Zaun gebrochen.

Es gibt einen Ort, den ich über sehr liebe, das Kloster Lorch. Die Grablege der Hohenstaufen liegt in meiner engeren Heimat. Mein unbedingter Wunsch war, dort mal mit meinen Freunden zu musizieren. Genau. Und das findet nun am Sonntag den 22. Juli statt.

Ein Riesenspektakel und die Karten, 350 Sitzplätze waren schnell verkauft. Großen Dank schulde ich den Lorcher Bürgern, genauer gesagt dem Ehepaar Rund und dem Kulturverein „Runder Tisch“. Man glaubt ja nicht welche administrativen Arbeiten da anfallen: Feuerwehr, Platzordner, Eintrittskarten, Strom, Wasser, Security, Versicherung, Parkplätze, Toiletten und so weiter. Ohne den Verein hätte ich das nie gestemmt.

In der Pause zwischen den Konzerten dachte ich dann irgendwann mal, könnte die Wielandshöhe ja ein kleines Vesper anbieten. Das war eine Entscheidung von großer Tragweite. Gottseidank haben wir ehemalige Auszubildende welche die Super-Cateringfirma Trautwein betreiben. So wurde ich gewarnt.

Meine ehemaligen Lehrlinge haben mir buchstäblich den Rost runter gemacht. In der Pause zwischen den Konzerten über vierhundert Leute zu versorgen, und das auf Wielandshöhenniveau, ist ohne wirkliche Spezialisten in keinster Weise zu bewältigen. Nun haben wir bald 60 Personen Service am Start nur weil ich den Ehrgeiz habe, dass ein Kulturveranstaltung nicht mit kaltem Essen und warmem Sekt zu machen ist.

Dank auch an meine Mitarbeiter, die mir den Rücken freihalten. Denn ich will an diesem Tag ja Musik machen. Ich habe nicht nur tolle Mitarbeiter um mich, sondern auch dementsprechende Musiker. 

Mir ging es darum solche innovative Musik zu unterstützen, da sehr viele Jazz-Festivals immer mehr Pop bieten, und die neuen Entwicklungen nicht genügend berücksichtigen.  




Als kleine Kostprobe welche Weltmeister aufspielen hier ein Video mit Carlo Rizzo. Er bedient nur ein Tamburin sonst nichts. Er ganz alleine. Dass die anderen Kameraden im Können nicht nachstehen, darauf können Sie Gift nehmen.

http://www.youtube.com/watch?v=Fh5-EMkwMuA&feature=related 
 

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