Banner

Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00 18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
edition@vincent-klink.de

Kadir1
Kadir2
Kadir3

18. Juli 2007
Es heisst immer gutes Essen könnten sich viele Leute nicht leisten. Freilich es gibt wirkliche unverschuldete Armut in Deutschland. Es gibt aber auch jede Menge doofe Konsorten und die treffe ich dann an der Tankstelle wo sie den teuersten Junk kaufen.

Nun aber Erfreulicheres. Der wunderbare Türke Kadir treibt mit seiner Frau einen Lebensmittelladen um, fährt jeden morgen früh auf den Großmarkt und führt wirkliche sehr, sehr gutes Gemüse und all das was die türkische Familie für unverzichtbar hält.

Die Bilder zeigen seinen Laden. Er hält unter anderem ein Gemüseangebot, dass man mit den Ohren schlackert. Unter acht Sorten verschiedener Tomaten geht hier nichts. Hier verkehren keine reichen Leute sondern eher das Gegenteil. Es sind aber Menschen, denen gutes Essen wichtiger ist als ein Breitreifen. Wer hier Gemüse aussucht, weiss wie man damit umgeht. Hier kaufen Leute mit Grips. Gutes Leben hat nicht nur mit dem Geldbeutel zu tun sondern mit Wissen, oder umgekehrt gesagt, wer blöd ist lebt schlechter.
 

Wigi,Vince Illert.
Wigi,Vince Kraeuterkranz

On Tour

Ein bis zwei mal im Jahr lockt mich mein Freund Wiglaf an meinem Ruhetag aus meinem Garten. Kürzlich hatten wir eine Lesung in der berühmten Staudengärtnerei Gaismayer in Illertissen.

Dieter Gaissmayer hatte das Gewächshaus ausgeräumt, Biergartenstühle reingestellt. Barbara hatte Saublasen an die Decke gehängt und ab ging die Post. Nach der Lesung schrieb eine Frau, ihre wochenlange Bronchitis wäre schlagartig weg gewesen. Die Texte waren es nicht, sondern der unglaubliche Kräuterdampf der im Gewächshaus waberte rettete die Frau. Ich hatte auch meine Vorteile, selten habe ich so köstlich geschwitzt.

Nebenan quakten die Frösche dermaßen laut, dass wir gelegentlich unseren Vortrag unterbrechen mußten. Wir waren vollends im Glück als ich unaufgefordert Weißbier bekam und wir in der Pause auch noch ein Kräuterfußbad bekamen.

Eine Zuhörerin hatte während der Lesung Kräuterkränze geflochten und die Veranstaltung nahm geradezu mystische Züge an. Wir fühlten uns wie die Könige, lasen aber auch aus einem königlichen Buch mit Titel “Wurst”, es ist im DuMont-Verlag erschienen und verkauft sich wie geschnitten Brot.

Ich hätte beim verfassen der Wursttexte nie gedacht, dass Geschichten um die Wurst auf so viel Interesse stossen würde. Nun ja, nun wissen wir es, Wurst ist ein deutsches Schwerstthema, eine teutonische Herzensangelegenheit, deshalb gibt es übrigens auch
Würste (eklig) in Herzform.

Es lohn sich, dem Dieter Gaissmayer seine Homepage anzugucken: www.gaissmayer.de

Honig
Bienenschwarm

13. Juli 2007
bin mächtig stolz. Meinen drei Bienenvölkern habe ich 40 kg Honig abgeluchst. So wie es aussieht kommen nochmal 30 kg dazu. Nachdem ich das letzte Jahr als Imker total versagt habe bin ich nun mit mir (imkermäßig) im Reinen. .

Der Honig von den Stuttgarter Hängen ist besonders aromatisch, weil es unglaubliche vielfältige Blumen in den Gärten hat. Und obendrein ist natürlich die Verseuchung mit Spritzmitteln viel geringer als in landwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Allerdings vor drei Wochen wären mir die Bienen beinahe abgehauen. Kurz vor dem Schwärmen (der mittlere Stock) konnte ich sie noch zum dableiben überreden. Wie mir das gelang, kann ich gar nicht mehr sagen. Jedenfalls, ich habe sie angebrüllt und dann sind sie wieder in den Stock rein. .

12. Juli 2007
Heute kam ein Hinweis von meinem Freund Dieter Ilg (www.dieterilg.de). Er berichtet von der beklopptesten Werbung der Saison. Tatort Oberbergen. Dort gibt es die berühmte Weinlage “Bassgeige”. Die Oberbergener Winzer haben sich dazu eine Werbung ausgedacht: Ein hübsches Mädchen macht die Beine breit und klemmt sich ein Cello dazwischen. Das Mädchen ist zum reinbeissen, dass Cello prima, aber eben keine Bassgeige, und der Wein, ist sicher auch nicht ganz schlecht. Alles zusammen ist aber großer Mist. Ihren Bassgeigen-Wein nennen sie fruchtig und frisch. Gottseidank nicht rostig und dumpf. Immerhin. http://www.wg-oberbergen.com/weine.aspx?id=45

Donau Blindheim

10. Juli 2007
Es gibt ein Periodikum, das nennt sich “Schröder erzählt”. Im neuesten Heft berichtet Freund Schröder über die Schlacht bei Höchstädt, die blutigste Schlacht des 18. Jahrhunderts. (Span. Erbfolgekrieg 13. Aug. 1704). Es war ein Wahnsinn, die Engländer unter John Churchill Herzog von Marlborough und Österreicher unter Prinz Eugen von Savoyen, siegten gegen den Bayern Kurfürst Max Emanuel II und den Franzosen Marschall Tallard.

Die als unbesiegbar gerühmte Armee des Sonnenkönigs Ludwig XIV. war geschlagen und der Aufstieg Englands zur Europäischen Großmacht begann. An einem Tag 25.000 Tote, 8000 tote Pferde. Die Donau trat vor lauter Leichen über die Ufer. Auf dem Foto der Tatort, die Donau bei Blindheim/Höchstädt.

Da ich nie in Urlaub kann, mache ich mit meiner Frau fast wöchentlich einen Ausflug. Gestern ging es zu diesem Schlachtfeld. Nun ja, es ist Gras drüber gewachsen, die Gegend ist friedlich, aber wir waren doch erschüttert.

vogelherd

Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen vorbei (siehe Foto). Es ist ein spiritueller Ort. Hier schnitzten vor dreissigtausend Jahren Steinzeitmenschen schöne Pferdchen, einen kleinen Elfenbeinmammut u.s.w.. Es sind die ältesten Kunstwerke der Menschheit. www.lonetal.net

Die Kunstwerke sind 32.000 Jahre alt. Zum Vergleich, die Pyramiden und Tempel der Ägypter bringen es gerade mal 5000 Jahre alt.

vogelherd_pferd_big[1]

Der Ort ist übersät von den seltensten Wildkräuter- pflanzen. Wir hatten rund um die auf einem Hügel liegenden Höhle eine kleine Wanderung unternommen, und das Ziel war dieses Erdloch. Der Geist dieses Platzes nahm uns sehr gefangen. Ich war schon oft in dieser Gegend, aber im Moment blüht es dort dass es eine Freude ist. Jedes Wochenende könnte ich dort verbringen. Ein gutes Gasthaus gibt es wohl auch, aber ich habe es noch nicht gefunden. Da könnte man auf den “Michelin” fluchen. Am freien Tag brauche ich nicht viel, aber eine gute Vesperwirtschaft sollte es schon sein.

Deutsches Haus

Montags haben in dieser Gegend alle guten Restaurants geschlossen. Wir setzten unsere Spazierfahrt nach Dinkelsbühl fort. Dort im Hotel “Deutsches Haus” wurde dann gegessen. Im Michelin wird kaum davon Notiz genommen. Zuerst dachten wir: “Mist”, ist vielleicht doch ein Touristenladen, aber der Betrieb war von Wolfram Siebeck gelobt worden und das will ja was heissen.

Matjesfilets mit Hausfrauensauce, Salzkartoffeln, Roastbeef mit Remoulade, Kalbsfilet mit Pfifferlingkruste. Die Salzkartoffeln waren nur geviertelt, alles war komplett simpel. Und doch. So gut hatten wir schon lange nicht mehr gegessen. Hier war ein Koch am Werk der sein Zeugs noch probiert, 

der keinen kreativen Wahn hat und einer ist auf den man als Kollege stolz ist. Draussen vor der Wirtshaustüre übte die Knabenkapelle, denn am nächsten Sonntag steigt in Dinkelsbühl das Fest der Kinderzeche. Jedenfalls, uns wurde in diesem Gasthaus viel geboten. Es ist ja ein uraltes Gemäuer und die Tradition des Hauses währt seit Jahrhunderten. Im Restaurant saßen Amerikaner und Japaner und die wollen natürlich in diesem historischen Ambiente kein Sashimi oder Sushi. Wir übrigens auch nicht und ich finde den Mut dieses Betriebs, sich die zeitgeistliche Plagiate fern zu halten sehr lobenswert. Schon am Eingang wurden wir darauf hingewiesen, dass es nur einhemische beste Ware gibt. In der Tat, so war es. 

Baum sunrise

Auf der Heimfahrt bei Ellwangen bot sich dann dieses Bild. Muss schon sagen, vielleicht ist es ein Glück dass ich nicht Urlaub machen kann. So lerne ich wenigstens die nähere Umgebung kennen und die ist um so schöner, je intensiver man hinschaut.

8. Juli 2007
Meine Frau sitzt neben mir in meinem Küchenkabuff und blättert im neuen “Feinschmecker”. “soll ein toller Koch sein: Carpaccio vom Thunfisch und das in den bayerischen Bergen. Der Koch spinnt!” Wenig später dann ein anerkennendes Gemurmel:”Hier guck”, sie zeigt mir das Heft, “ Seehotel Gundelsee in Österreich, die servieren frisch gefangene Forelle aus ihrem See. Das würde ich gleich essen, hmm”.

Wenig später vernehme ich: “Espuma! Wenn ich das Wort höre, geht mir das Messer in der Tasch’ auf”!

fusszeile