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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
 

24. Januar 2011
Freund Wiglaf neulich in Berlin, hört vom Nebentisch die Frage: “Herr Ober ist die Tomatensuppe vegetarisch?” Der Kellner dann ganz wunderbar berlinerisch: “Nö, Madam, sind Fleischtomaten drinne!”

18. Januar 2011
Heute kam eine Mail ins Haus:

Herrn Vincent Klink,

er ist der beste Fernsehkoch, genial wie er seine Rezepte und Anregungen darbietet und in seiner Art vorträgt.
So wie er es macht, davon kann man lernen, ich habe schon vieles nach gekocht.
Meine Hochachtung vor einem Meisterkoch
bitte bestellen sie ihm das bitte u.s.w.

Danke an den Schreiber dieser Zeilen. Genial bin ich bestimmt nicht. Es gibt noch andere sehr gute Fernsehköche und alle können ihr “Sach”. Die einen Zuschauer mögen mich andere wiederum den Schuhbeck egal, wie auch immer, jeder Topf findet seinen Deckel.

Noch etwas gibt es zu sagen: Hinter den Kulissen arbeitet mir eine Truppe von Frauen zu(und natürlich ein Regisseur), die sich gewaschen hat. Requisiteurinnen, welche die Ware einkaufen und schauen, dass alles ansprechend aussieht. An dieser Stelle mal eine Riesenlob und -Dank auch an meine Redakteurinnen, an Helma Heldbeg und an Susanne Schey, die sehr gut kochen kann und bei der Rezeptbearbeitung schon viele Küchenunfälle im Vorfeld eliminierte. Und Schlussendlich habe ich während der Sendung immer wieder mal einen Zündaussetzer, den die famose Evelin dann wunderbar neutralisiert.

Plaza A 1

So sah das bei meinem ersten Besuch aus. Von meinem zweiten Essen dort habe ich kein Foto, aber im Feinschmecker kann man das “Update”,  die “Suggestions” des Architekten bestaunen.

15. Januar 2011
Der neue Feinschmecker, also wenn die so weitermachen, dann hat sich aber schwer was getan. Gefällt mir sehr gut. Insbesondere das sehr ausführliche Interview mit Alain Ducasse und Carlro Petrini.

Jörg Zippricks sehr punktgenaue Beurteilung des “Plaza Athenée” in Paris empfinde ich unter Vielem, auch als sehr gelungen. Er beurteilt nur das Essen und die Tendenz, und das ist gut so: Allerdings die Einrichtung? Was der Franzose unter Luxus versteht, das wirkt dermaßen aufge- sattelt, dass man am liebsten den sündteuren Schwulst eigenhändig raustragen möchte. Eine Tombola für russische Oligarchen wäre die ideale Aktion. Die Stühle (Sessel) sind übrigens sehr witzig, ähneln Kloschüsseln von Philippe Starck, mit samtbezogener knallroter Rückenlehne.

Da muss man schon verdammt gut kochen, dass der Bissen nicht im Halse stecken bleibt. Genau das ist auch der Fall. Die Küche arbeitet phänomenal. Gell, Hauptsache es schmeckt und das Geld geht nicht aus.

Ach,  noch etwas: Früher legte die Kundschaft wert darauf, dass man mit ordentlich vielen PS vorfuhr. Die neue Hackordnung in den Superschuppen orientiert sich an der Bodygard-Entourage.

6. Januar 2011
Das fängt ja wieder gut an?
Über all die Skandale im Bereich der tierischen Nahrungsmittel ist es immer wieder die gleiche Leier. Riesenaufregung und dann gerät alles in Vergessenheit und die Lebensmittelverbrecher kaufen sich anschließend frei von Schuld. Alle reden von dem Wirtschaftsfaktor Auto. Die Lebensmittelbranche macht wesentlich mehr Umsatz und auch Gewinn. Wo viele Gewinne und obszöne Subventionen sich häufen, dort balgen sich Lobbyisten, abgefeimte Profiteure und die Politiker sind mitten drin und oft auch unter- gebuttert. Wir lästern über das korrupte Italien und sind, jedenfalls im Landwirtschafts- bereich, ähnlich schurkisch unterminiert.

Ja, das ist alles ein ganz großer Mist. Für Bücher gibt es die Buchpreisbindung. Und da die meisten deutschen Esser zu blöd sind, müsste bei tierischen Produkten die Demokratie abgeschafft werden. Ein Liter gute Milch sollte mindestens so viel kosten wie San-Pellegrio-Wasser. Wer es sich nicht leisten will, soll es bleiben lassen. Ein Kilo Schweinefleisch sollte mindesten 6-7 Euro kosten. Gewiss der Staat muss für bezahlbare Ernährung sorgen, Mehl, Reis u.s.w., er könnte auch die Milch kräftig subventionieren und den Industriebauern die Subventionen bei der Tierquälerei streichen. Letztlich gibt es meiner Ansicht nach kein Grundrecht auf Fleischverzehr und auf Quälfleisch schon gar nicht.

Erzeuger, die mit Manipulationen, wie jetzt mit dem Dioxin überführt werden, müssen in den Knast. Über Geldstrafen lachen diese Leute. Einer Bank 10.000 Euro rauben (in Bankkreisen Peanuts), da ist man sicher lange im Gefängnis, aber tausende von Leuten vergiften, dafür muss man sich offensichtlich nur entschuldigen und so lange rumprozessieren bis die Medien eine andre Sau durchs Dorf treiben. Es ist zum aus der Haut fahren.
         Der seriöse Bauernstand ist die meistbetrogene Berufsgruppe überhaupt.
                        Mich wundert es, dass Bauern nicht zu Terroristen werden.

baward_cuisine_manuel

5. Januar 2011
Ein gewisser Guy Baward schrieb 1928 in der Einleitung zu seinem Manuel de Cuisine: Es gibt unter dieser Sonne nichts, das sich mit der Welt der Küche messen könnte. Es gibt in ihr mehr Hitze als in jeder Wüste, mehr Kälte als an jedem Pol und mehr Instrumente denn in einem jeden Operationssaal. Es waltet in ihr mehr Glaube als in jeder Kirche, mehr Irrglaube als in manch heiligem Krieg, mehr Geist denn in jedem Hörsaal und mehr Unverstand als im lautesten Tollhaus.  Das Leben ist in ihr so viel wie der Tod.

Dann sagt der Meister, der in seinem Buch eine klare Rezeptstruktur bietet, sich aber auch Gedanken über den Kochtopf hinaus macht, noch den folgenschweren Satz: „Immer wieder finden sich Anführer, die gleich Moses bereit sind, durch diese Welt voranzugehen – überzeugt, dass sie allein es verstünden, die Wasser mit ihrem Stabe zu teilen.“

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Das Silvestermenü ist fast zu Ende, die letzten Desserts stehen am Pass und die Vorbereitungen zum Champagneröffnen sind angelaufen.

Das vergangene Jahr war prima. Mir fällt es leicht dies zu sagen. Ich habe mir vor längerer Zeit schon angewöhnt die Erwartungen an Erfolg und Leben nicht allzuhoch zu schrauben. Gewiss ich hätte keine Lust rückwärts zu rudern. Um dem nicht anheimzufallen, mache ich seit langer Zeit nur noch keine Schrittchen, aber die nach vorne, oder nach oben, wenn man so will.
Ich fand es nie gut große Sprünge zu machen oder mich mit gewisser Aufsteigermentaliät anzufreunden. Meine Devise heißt immer langsam ein Treppchen nach dem anderen, und das möglichst sehr lange. Zehn Jahre möchte ich das mindestens noch machen. Früher war mir die Gastronomie oft eine Last, mittlerweile habe ich wirklich keine bessere Idee mehr und fühle mich sauwohl.

Es hört sich unwahrscheinlich an, aber es ist so. Im Jahre des Herrn 2011 fehle ich nur noch einen Mittag in der Woche. Donnerstagmittag bin ich in Baden Baden und mache mein Fernsehen.  All die andere Zeit bin ich unumstößlich in meiner Küche. Das ist Gesetz und erspart mir manche ungeliebte Einladung. Eine Prima Sache so eine Küche, nämlich einer der sichersten Orte auf dieser Welt.

Der Fernsehturm von der Wielandshöhe aus gesehen.

Fernsehturm2

Foto VK

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