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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Keine Kochkurse

 

26.Januar 2008
Als Kinder haben wir öfters “Verreckerles” gespielt. Man musste ganz schlecht aussehen, gekrümmt einherwanken und stöhnen. Dann kam das Dokterle u.s.w.. Kurzum, der Patient musste so aussehen wie viele Menschen, die sich ganz besonders gesund ernähren, an gar nichts anderes mehr denken als an Omega-Fettsäuren. Andere wieder, man sieht’s überall, fressen den größten Shit und sind pumperlg’sund.

Ernährungsberaterinnen sehen oft ganz moribund aus. Das lies mich schon lange an den Ernährungswissenschaften zweifeln. Jedes Gutachten fällt wie der Wind das Herbstblatt vor sich her bläst. Kommt immer darauf an wer der Auftraggeber war, wer zahlt.

Jetzt steht es in allen Zeitungen. Die Wissenschaft gibt zu, dass Sie völlig ratlos ist. Also meine Lieben, haut rein, mampft, wichtig ist das es schmeckt. Allerdings, wer einen etwas geschulten Geschmack hat ist wirklich auf der sicheren Seite.
 

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25. Januar 2008
Der Superwinzer Georgio Rivetti (La Spinetta) aus dem Piemont brachte es auf den Punkt:

Vincent, du kochst mit Deinen Leuten völlig exotisch. Du kochst das Gegenteil wie alle anderen: Vergessene Gerichte, arbeitsintensive Braten mit langen Garzeiten, all das was sich viele Restaurants mangels Personal nicht mehr leisten wollen.”

Der weltberühmte Winzer erklärte er mache es genauso. Viel, viel Handarbeit, keine Manipulation, beste Pflege des Weinbergs, den Rest erledigt die Natur von selbst.

Alte Rezepte neu zu interpretieren ohne nostalgisch zu wirken, das geht nur mit nüchternem Blick und unter Einbeziehung moderne Ernährungserkenntnisse..

20. Januar 2008
Vor zwanzig Jahren wog ich bereits hundert Kilo und so trage ich heute immer noch Hosen und Jackets wie aus dem Museum. Sie passen noch. In den letzten 5 Jahren haben sich aber weitere 8 Kilo da zu gesellt. Ich muss sagen, diese spüre ich in den Beinen und werde Sie mir übers Jahr vom Halse schaffen. Wer als dick gilt hat heutzutage ein gewisses Stigma. Schlank sieht einfach besser aus. Aber kommt es nicht letztlich auf die Gesundheit an und auch darauf, dass jeder Körper einen bestimmten Knochenbau und Konstitution hat? Jeder hat sein ureigenstes Gewicht, das nur bei den Wenigsten völlig aus dem Ruder läuft.

Die Gesundheitsdaten von 2 Mill. US Bürgern wurden nun ausgewertet: Das hatte zum Ergebnis, dass leichtes Übergewicht die Sterblichkeitsrate senkt. Sie sind gesünder und haben weniger Herz- und Kreislaufleiden als die Normalgewichtigen.

Radikales Abnehmen ist dagegen regelrecht lebensgefährlich, so der dänische Epidemiologe Thorkild Sørensen. Eine Schweizer Studie an 1676 Herzpatienten im Sommer 2007 bestätigt die verblüffenden Nachrichten aus USA. Herzpatienten mit normalem Körpergewicht weisen in den ersten drei Jahren nach der Herzbehandlung eine doppelt so hohe Sterblichkeit wie Fettleibige auf.

Nicht die Männer sind an dem Schlankheitswahnsinn schuld, sondern die Schlankheitsindustrie, die mit extremer Werbung und Volksverdummung milliardenschwere Gewinne macht. Die Ärzteschaft war schon immer opportunistisch, man denke nur an das dritte Reich. Männer wollen Kurven, Busen und Arsch, und das geht mit Magersucht nicht zusammen. Kurzum, je dicker ein Mensch, umso höher die Lebenserwartung. freilich es gibt auch Ausnahmen, übrigens auch bei Ärzten.
 

19. Januar 2008
Fast jeden Tag bekomme ich Zuschriften zum Speisewagen der Deutschen Bahn. Dort sieht man mich mit anderen Kollegen vom ARD-Buffet auf der Speisekarte abgebildet und es gibt von uns verschiedene Gerichte, die eine Cateringfirma in Tausender-Auflage herstellt.

Das hat mit meiner kleinteiligen, feinen Restaurantkocherei natürlich nichts zu tun. Es geht dabei auch gar nicht um mich, sondern um Werbung fürs ARD-Buffet. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, aber man muss auch solidarisch sein.

Jedenfalls, eines ist mir wichtig: Für diese ganze Aktion bekommen meine Kollegen und ich keinen Cent. Ich bin einigermaßen stolz darauf, dass ich mich als PR-Typ nicht zahlen lasse. Ich mache keine Werbung und wenn, dann umsonst, entweder aus Sympathie zu jemandem, oder um einem guten Produkt auf die Sprünge zu helfen.
 

Pino Wein
vk percy schmeiser

15. Januar 2008
Wenn mein Freund Pino mit seinen fünf Kameraden im Restaurant auftaucht, dann sieht das auf dem Beistelltisch so aus.

Im Lokal wurde es mit der Zeit ziemlich zugig, den Gästen an den anderen Tischen blieb dauerhaft der Mund offen stehen.

12. Januar 2008
Heute möchte ich mal auf einen ganz besonderen Mann aufmerksam machen. Percy Schmeiser. Seine Frau muss man im gleichen Atemzug auch nennen. Wirklich tapfere Leute. Der Monsanto-Konzern, Spezialist für Gen-Manipulation ist  eine absolut gnadenlose Firma. Ich habe das an dieser Stelle vor einem Jahr schon mal erwähnt. Man hört nicht viel davon. Es ist aber immer so, wenn große wirtschaftliche Interessen vorherrschen, dann erfährt man aus der Presse wenig. Die Konzerne beherrschen die Medien, das ist allgemein

 bekannt und was gedruckt wird, das entscheidet heute oft nicht mehr der Chefredakteur, sondern der Anzeigenleiter.

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderem an Percy und Louise Schmeiser. Das freut mich wirklich sehr, denn die Familie Schmeiser stand nach der Klage durch die Firma Monsanto und die darauf folgenden jahrelangen Prozesse mit erheblichen Gerichtskosten am Rande des finanziellen Ruins.

Detektive der Firma hatten auf den Feldern der Schmeisers gentechnisch veränderte, patentierte Rapspflanzen gefunden. Monsanto forderte darauf hin die Erstattung von 400.000 kanadischen Dollar Lizenzgebühren und Schadensersatz. Offenbar waren die Rapspflanzen der Schmeisers von benachbarten Feldern bestäubt worden. In letzter Instanz wurden zwar die Patentrechte der Firma Monsanto bestätigt, jedoch mussten die Schmeisers keine Lizenz- oder Schadensersatzzahlungen an Monsanto leisten. Inzwischen fordern die Schmeisers vor Gericht, dass die von Monsanto patentierten Pflanzen auf ihren Feldern als Verunreinigungen anerkannt werden und das Unternehmen zur Beseitigung verpflichtet wird.

Der Alternative Nobelpreis ist mit ca. 200000 € dotiert und wird jährlich an vier Preisträger verliehen. In der Laudatio heißt es: Percy und Louise Schmeiser erhalten den Preis für “ihren Mut, die Artenvielfalt und die Rechte der Farmer zu verteidigen und die ökologische und moralische Perversität der heute üblichen Auslegung des Patentrechts anzuprangern“.

DS und VK 3

Abbildung: Restaurant Spoerri au Jeu de Paume, Place de la Concorde, Paris.

“Les oeufs sont faits”, Assemblage 2002, entstanden während der Abende “Les dîners de Daniel Spoerri” in der Galerie Nationale du Jeu de Paume, Paris, am 27. April 2002

6. Januar 2008
Ein schöner Sonntagabend, war in Bad Mergentheim eingeladen. Hotel Victoria, das Otto und Evelyn Geisel betreiben. Ein ausserordentlicher Laden und der Küchenchef Retzbach ist einer der ganz wenigen, welche die klassisch-regionale Küche professionell richtig gut beherrschen. Der Abend war die private Einladung vor der Preisverleihung in Stuttgart (Akademie für Kulinaristik).

Spörri Table

Der Preis ist nach Eckhart Witzigmann benannt, der an diesem Abend auch zugegen war und den ich sehr bewundere. Ganz besonders habe ich mich über die Gespräche mit Daniel Spörri gefreut. Eat-Art-Künstler nennt man in, aber er ist mehr. Unvergessen, dass ich seine Werke im Museum of Modern Art in New York sah und im Jeu de Paume in Paris.

Daniel Spörri arbeitete als Buchhändler, Obstverkäufer, Photograph, studierte klassischen Tanz und Pantomime in Paris, war Regisseur von Kurzfilmen. Mit weltberühmten Künstlern gründete er die Gruppe Noveau Réalisme in Paris. Spörri werkelte in Düsseldorf in seinem Restaurant Spörri und betrieb die Eat-Art Gallerie und hat damit eine eigenständige Kunstrichtung kreiert. In Seggiano (Provinz Grosseto) unterhält der Olivenbauer einen einzigartigen Skulpturenpark.

Jedenfalls, ein Wahnsinns-Typ, der erst kürzlich 16 Kilo abgenommen hat und bald seinen 78. Geburtstag feiert. Wie er abgenommen hat, das hat er mir verraten, mal sehen ob ich es auch (wenigstens ein bisschen) schaffe.

le corbusier

Mein Neujahrsspaziergang:
Eigentlich hätte ja alles abgerissen werden sollen. Einige beherzte Stuttgarter Bürger haben sich dann das “Araberdorf” wie es die Nazis nannten gerettet. Die Widerstände gegen das Architekturensemble aus den zwanziger Jahren war so zementiert, dass die ziemlich vergammelten Häuser erst in jüngster Zeit renoviert wurden. Im letzten Jahr entstand im Le Corbusierhaus endlich ein Museum.

Die Weissenhofsiedlung ist eines der bedeutendsten Zeugnisse des Neuen Bauens: Sie entstand 1927 als Bauausstellung der Stadt Stuttgart und des Deutschen Werkbundes. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe haben 17 Architekten ein mustergültiges Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen geschaffen.