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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
 

Hinterteil

Auch wenn es groß aussieht, man muss nicht allem hinterherlaufen.

24. August 2012
Durch den Elefantenabschuss seiner königlichen Hoheit, dem spanischen König, seines Zeichens der Chef des WWF, des World-Wildlife-Funds, wurde der Fokus mal wieder auf diesen millonenschweren Club gelenkt. Es gibt viele hochnoble Vereinigungen, die letztlich viel mit Lobbyismus zu tun haben.

Da wollen Köche nicht nachstehen. Die besten Köche der Welt treffen sich zwischen dem 9. und 19. In Lima. Ein internationales Culinary-Gipfeltreffen mit Ferran Adria, Michel Bras, Rene Redzepi, die ganzen Weltmeister eben, nur Heston Blumenthal aus London kann aus privaten Gründen nicht dabei sein. Das Ganze nennt sich G9, eine Vereinigung der einfluss- reichsten Köche der Welt.

Bei diesem Superevent wird auch „Die Erklärung von Lima“ verlesen, eine Botschaft für die Köche von Morgen.

Im Kern geht es in diesem offenen Brief um „den Bezug auf die Natur, die Gesellschaft und die Werte“. Alles klar? Ich empfinde dieses schwammige Gutmenschengetue als peinlich.
Fast alle diese Weltmeister können auf Gänseleber, Hummer, Kaviar samt der Ausrottung der Störe, nicht verzichten. Keiner von ihnen bemüht sich ernsthaft um Verwendung von Bioware. Letztlich geht es nur um den kulinarischen Hype, um Sensation, ultimativ-rücksichtslosen Gaumenkitzel und die Pervertierung des Genießens zum Spitzensport.

Man haut sich gegenseitig auf die Schulter und weil mich das alles an den WWF erinnert, wird die  Chose natürlich vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit bezuschusst. Man greift sich an den Kopf. G9, diese Götter der Kulinarik sollten, wie jeder Koch übrigens, sowieso Vorbild sein. Klar, man muss das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und total Bio kochen, aber das Bemühen darum sollte gerade für Profis stark und wegweisend sein. Vor jedem Bio-Saftladen-Mini-Unternehmer habe ich mehr Respekt als vor diesen „Couturiers der Kochkunst. 

Kloster Buckfast, Devonshire

Bruder Adam

Bruder Adam mehr über die Buckfastbiene:
www.imkerei-meyer.com

16. August 2012
Manchmal ist es zum Verzweifeln, es herrscht eine Bullenhitze und mich beutelt seit vierzehn Tagen eine Sommergrippe, die mir eiskalte Camparis verbietet. All diese Malaise ist schuld daran, dass ich gerade die Homepage nicht sonderlich pflegen kann.

Ansonsten ist jedoch alles gut, die Gäste kommen fleißig und die noch fleißigeren Bienen haben mich dieses Jahr dermaßen überlistet, dass Sie Ihren Honig behalten dürfen. Das kam so. Man baut zwischen den mit Honig gefüllten Waben und dem Brutraum eine Sperre ein, die Bienen können nach unten in den besagten Brutraum zurück, aber nach oben zum Honig kommen Sie nicht mehr. So kann man ganz bequem die Honigwaben entnehmen ohne dass die Viecher drin herum krabbeln.

Was machten aber meine schlauen Bienen? Sie entdeckten ein kleines Loch zu den Honigwaben und holten sich den weggesperrten Honig um ihn unten für den Winter wieder einzulagern. Normalerweise gibt man den beraubten Bienen Zuckerprodukte als Winternahrung. Nun haben sie ihren sauer zusammengesammelten Honig zurück und es steht ihnen ein Luxuswinter bevor. So ist es dann auch recht, der Imker muss nicht immer gewinnen. Und ich sehe ja nicht so aus, als sei ich am Verhungern. Übrigens, die gängige deutsche Bienenrasse nennt sich Carnica. Ich jedoch bin ein Anhänger Bruder Adams. Er war Mönch und Bienenwissenschaftler im Kloster Buckfast in England. Meine Bienen sind also Buckfastbienen, die sehr friedlich sind. Wüsste nicht, wann ich das letzte mal gestochen wurde.
 

Nicht weit, am Horizont der Fernsehturm. Es gab mal eine Zeit, da war Stuttgart für seine Architekten berühmt. Das ist aber verdammt lange her.

1. August 2012
wunderbare Affenhitze, ich mag das und fühle mich pudelwohl. Mich animierte das Sommerwetter zu einem Lammragout mit Kreuzkümmel und Kardamom. Marokkanischen Reis  gibt es dazu. wir bereiten das im Dampfkochtopf. Ich bin eh ein Fan dieses Geräts das wir leider nicht im Fernsehen vorführen, weil meine chefs denken, so ein Topf könnte Häuser wegsprenge. Viele Leute denken das und haben Angst vor diesem Gerät. Wir wissen es ja Angst hat immer mit Ungewissheit und Nichtwissen zu tun. Auf alle Fälle betrachte ich die modernem Dampfkochtöpfe als so sicher, dass sogar ein Kochlehrling damit hantieren kann. Ich wüsste beim besten Willen nicht, wie man sich mit einem modernem Topf verletzen sollte. Allenfalls droht Schmerz, wenn einem das Ding auf die Füße fällt.

Langer Rede kurzer Sinn, in 15 Minuten ist das Ragout fertig. Viel Zwiebeln in den Topf, Fleisch dazu, leicht bräunen, etwas Salz, gerösteter und geschroteter Krezkümmel dazu, dann noch gemahlenen Koriander und Kardamom, Pfeffer Salz, ein bisschen Knoblauch, fingerhoch Wasser unten rein, Deckel drauf und los. Die Kochzeit wird dann gezählt, wenn der dritte Ring sich am Druckdeckel zeigt.

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