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Restaurant Wielandshöhe
- Vincent Klink -
Alte Weinsteige 71
D-70597 Stuttgart-Degerloch

Telefon 0711/640 88 48
Telefax 0711/640 94 08

Sonntag und Montag Ruhetag

Küche
12.00-14.00  18.00-21.00

Tischreservierung nur
per Telefon

Keine Kochkurse
www.wielandshoehe.de
 

Bodensee

Dr. Peter Peter
ist ausgewiesener Italienspezialist und deshalb als Esser von wohltuendem Purismus geprägt. Sagt man Italien denkt man nicht nur an Berlusconi sondern auch an Ferrari, an gutes Design und an geschmackvolle Klarheit. Solcher Prägung entstammt der Autor, der schon viel gegessen hat und deshalb über seltenen Überblick verfügt.

Dieser Mann hat ein Buch geschrieben:
Bodensee, 30 kulinarische Eskapaden
Oase Verlag


Der Autor führt vor, dass Applikationen, Tellerikebana, Blödsinnsstreusel oder sonstiger Verzierungsschutt auf deutschen Tellern eben typisch Deutsch sind. Deko und Schwulst, das haben die Italiener vor 2000 Jahren mit Trimalchio schon abgehakt und deshalb haben italienische Autos seit Dekaden auch keine Zierleisten Chrom und sonstigen Schmonz. Deutsche Autobauer haben davon gelernt aber nicht die deutschen Superköche, die keinen Mut haben sich schlechter Foodfotografen zu erwehren. Übersinnlich gesprochen, die gehäkelte Klorolle ist auf deutschen Gourmettellern ein Ostinato und ständiges da Capo.

Nun aber "Bodensee". Ich dachte, ich kenne mich dort ein bisschen aus, aber dieses Buch ist wirklich der Hammer. Es zeigt, dass man in dieser Gegend ein Lebenlang gut Essen und trinken kann, ohne gelangweilt zu werden. Ein erschöpfender Führer. Ein Hammerbuch, das Wege zu kitschfreier Gastronomie weist, oder aber mit gekonnter Kritik vielleicht bei manch einem Kollegen ein Nachdenken bewirkt.
 

27. April 2011
Nun beginnen wir auch mit Spargel. Wir beschränken uns auf Vorspeisen, so hatten wir im Winter extra für diese Zeit Wildschweinschinken eingesalzen. Ansonsten vergehen wir uns kreativ an diesem wunderbaren Gemüse nicht. Spargel, frisch geerntet, frisch gekocht schmeckt so herrlich, dass jeder kreative Maßnahme zwar erlaubt und Abwechslung gibt, aber besser wird der Spargel nie. Deshalb plädiere ich dafür, den Spargel so zu servieren wie die Natur ihn geschaffen hat. Nach wie vor gibt es nichts idealeres als Butter oder Hollandaise dazu.
 

Karfreitag 2011
fast niemand isst Fisch, aber ich hatte es schon geahnt und nicht exzessiv Fisch eingekauft.

UNVERGLEICHLICHE WIRTIN

einer gewissen Pietät zuliebe bleibt der Name des Gasthauses geheim. Die Tübinger Wirtin ist allerdings auch schon viele Jahre auf dem Friedhof. Die in hohem Alter Verstorbene war für Ihren Kartoffelsalat berühmt. Ein wunderfitziger Student, der auch beträchtliche Ambitionen zum Kochen hatte, schlich sich irgendwann mal in die Küche um zu spionieren. Was er sah, dass riss ihn ziemlich aus seinen Küchenträumen. Er stürzte auf die Wirtin zu weil sie eine Flasche Hengstenberg Essig an den Lippen hatte und gerade dabei war einen großen Schluck aus der Pulle zu nehmen. “Mariele”, so hieß die Köchin, “wollen sie sich umbringen?” schrie der Student. Die Wirtin prustete den Essig in die gerädelten Kartoffeln und japste: “Ha noi! Wisset se Herr Student, drei Goscha voll Essig, des isch genau mein Maß!” Sogleich war der Student vollends ganz mit den Nerven runter und ward nie mehr gesehen.

Soviel zum heutigen Fastentag.

21. April 2011
Alle Jahre wieder: Die Neunkräutersuppe

Wir alle kennen den Ausruf des Erstaunens: „Ach du grüne Neune!“ und schon sind wir bei der Gründonnerstagssuppe und die berühmteste Variante nennt sich Neunkräutersuppe. Sie wirkt vitalisierend, reinigend und vertreibt die Frühjahrsmüdigkeit von der ich nicht weiß ob es sie tatsächlich gibt oder ob es sich um eine super Ausrede handelt um mal ein bisschen durchzuhängen.

Egal, die Neunkräutersuppe hilft wenn man an sie glaubt, und für Nichtgläubige versichere ich auf alle Fälle Wohlgeschmack.

So geht man zu Werke:
Ernten wir die die jungen Triebe von Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegerich, Sauerampfer, Bärlauch und Taubnessel.

Aus dem Mittelalter sind auch Rezepte mit folgenden Ingredienzien überliefert.: Giersch, Löwenzahn, Taubnessel, Brennnessel, Schafgarbe, Sauerampfer, Sauerklee, Trippmadam und Gänseblümchen. Bärlauch, Spitzwegerich, Veilchen, Huflattich und Vogelmiere kamen auch noch öfters ins Gebrodel. Ich selbst bin immer scharf auf Knoblauchrauke, sehr sanft im Geschmack und weniger ordinär als der Bärlauch.

Egal man nimmt was man hat und hackt die Ernte kurz vor Fertigstellung der Suppe klein. Als Basis für diese Suppe empfehle ich nicht die Bindung einer Gemüse- oder Fleischbrühe mit Mehl sondern man bereite eine dünne Kartoffelsuppe.
 

19. April 2011
"Das Essen", soll Montesquieu gesagt haben, "ist einer der vier Zwecke des Daseins”.”Welches die drei anderen sind, darauf bin ich noch nicht gekommen."

Zweieinhalb Jahre unseres Lebens verbringen wir am Esstisch. Das hat Franz Werfel einmal ausgerechnet, und auf mich gerechnet würde ich diese Behauptung gewaltig dehnen müssen. Werfel knüpft an die Überlegung:" Ein guter Statistiker könnte errechnen, dass unsere Tragödien, unsere seelischen Kämpfe, unsere geistigen Stürme, unsere philosophischen und künstlerischen Erlebnisse eine weit geringere Weile in Anspruch nehmen. Wie viel aber reden die Menschen und ihre Bücher von diesen großartigen Dingen, deren Besitz adelt, während sie die wichtigste und ausdauerndste Beschäftigung ihres Daseins mit hochmütigem Schweigen übergehen. Dies ist eine zimperliche Heuchelei und gouvernantenhafte Prüderie, welche die Alten nicht kannten, da sie das Mahl zu einem rechtmäßigen Mittelpunkt ihrer Tage und Werke setzten."
 

Stammgast Pudel

16. April 2011
Der Stammgast ist uns heilig! Hunde bekommen bei uns immer sofort frisches Wasser, in einem Silbergefäß naturalmente.

13. April 2011
jetzt haben wir genau die Zeit in der man vielleicht nicht so viel vor dem Computer sitzen sollte. Die Natur explodiert. die letzten beiden Wochen habe ich  hunderte von Tulpen gepflanzt weil ein Freund von mir einen Großhandel hat, und ich jedes Jahr die übrig gebliebenen Zwiebeln bekomme. Der Garten ist despotisch und fordert. Es wurden Wildblumen gesät, nach den Bienen geschaut und jetzt kommt’s: man verlupft sich an einem Bienenstock und dann hängt man beim Chiropraktiker um danach stur wieder Rasen zu säen um winterliche Glatzen in der Wiese zu sanieren.

Ach ja, Esskastanien, portugiesische Steineichen und Haselnuss habe ich gepflanzt. Die Pflanzen kamen aus Südfrankreich und sind mit Tuber Melanosporum geimpft, also mit Perigord-Trüffel-Sporen. Kurzum, der Frühling ist eine wirklich stressige Zeit und in den nächsten Tagen werde ich ausführlich über meine bevorstehende Trüffelkultur berichten und auch verraten wo man die Setzlinge bekommt und wie das alles funktioniert und nicht die Welt kostet.

1. April 2011
Die meisten Menschen lieben die Veränderung nicht, haben Angst es könnte alles schlechter kommen. Wer so erstarrt lebt, nicht nach vorne sieht, anderen oder neuen Ideen nicht mal eine Chance gibt, mal etwas riskiert, der lebt im Stillstand und der bedeutet immer Rückschritt.

Ich erinnere mich noch gut, als Willy Brand Bundeskanzler wurde. Mein Vater, eingefleischtes CDU Parteimitglied sagte am Mittagstisch verzweifelt. “Nun werden wir alle enteignet!” Was geschah? Es ging weiter wie bisher, nur dass gewisse soziale Ungerechtigkeiten behoben wurden.

Ein Berufsstand hat jedoch sehr mein Bedauern. Das sind die Lobbyisten, denen es in BW nun den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Vielleicht sollten sich diese schlimmen Tröpfe mal nicht um Andere kümmern sondern um sich selbst - Selbsthilfegruppe gründen. Gemeinsam sich an den Händen halten singen und weinen bis Blut kommt. Kein Aprilscherz!

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